Eine Runde um den Block am Zülpicher Platz

Eine Runde um den Block am Zülpicher Platz

In einer Runde um den Block im Herzen vom Kwartier Latäng in Köln erzählt ne ehrliche kölsche Jung us’m Levve. In der Zülpicher Straße 39 auf die Welt gekommen, in der Herz-Jesu-Kirche am Zülpicher Platz getauft worden und im Urlaub gerne mal Punta Cana oder Mexiko.

Das Interview wurde ursprünglich 2003 gedreht und ist bei Youtube seit einigen Jahren ein kölscher Klassiker. Es stammt aus der Reihe Menschen von ich.tv und zeigt „einige interessante Charaktere in alltäglichen oder ungewöhnlichen Situationen, unkommentiert und aus dem Leben gegriffen“. Auch wenn er kein richtiges Kölsch, sondern eher einen kölschen bzw. rheinischen Dialekt spricht, ist die Betonung einfach nur der Wahnsinn. Die klackenden Cowboy-Boots machen den Karibik-Freak zur Legende.

Mein Beruf ist Kraftfahrer und ich bin hier in dem Viertel groß jeworden. Dat is’n Haus, da bin ich geboren worden. Nicht im Krankenhaus, sondern in der Wohnung selber. Da habe ich damals mit meinen Eltern fünf Jahre lang gelebt, mit meiner Oma zusammen. Und das ist das Haus, wo ich jeboren worden bin. Ist die 39.

Ja, un‘ jetzt simmer hier am Zülpicher Platz. Da vorne in der Kirche bin ich jetauft worden, warum weiß ich och net. Die wollte mich wahrscheinlich damals schon als Taucher anmelde, ich weiß et nit. Aber ansonsten, dat Viertel hier ist irjendwie doch en bißchen runterjekommen. Einzigste, wat noch wirklich Kölsch es, hier in der Kyffhäuserstraße, dat is die Firma, wo ich arbeite und der alte Dickersbach nebenan mit seinen janzen Schräubchen und Nägelchen. Wat man da alles so kofe kann, bei dem.

Ja, und ansonsten, ich bin 40 Jahre alt, solo. Suche ne nette Frau. Wäre lieb und nett, wenn sich mal so ein Mädel bei mir melden würde, ja zwecks feste Beziehung. Weil ich bin seit 12 Jahren jeschieden. Seit dem nur noch auf Solos Füßen, rase nur noch von abends bis morjens durch die Botanik, weiß nit, was ich anstellen soll. Geh ich nach hause, knall ich mir zwar ’nen Heavy Metal rein, aber irgendwie fehlt wat zum knuddeln.

Naja, ich bin auf jeden Fall auch ein Karibik-Freak. Ich fahre jedes Jahr, jetzt schon et achte Jahr, flieg ich in die Karabik. Meistens Punta Cana oder Mexiko. Das macht auch sehr sehr viel Spaß, kost aber natürlich Geld. Dementsprechend bin ich auch viel am arbeiten, damit die Kohle reinkommt.

Naja, wat soll ich dir sonst noch erklären? Also das ist mein Leben gewesen und…, nagut ich war früher ne Rockerzähe, die Zeiten sin vorbei. Bin‘ janz solider Mensch jeworden, dank meiner neuen Arbeit, die ich schon seit zehn Jahren betreibe. Und es macht auch tierisch Spaß!

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